Mindestlohngesetz - Wer knapp 3.000 Euro verdient, ist dabei!
Der Mindestlohn führt zu unverhältnismäßigen bürokratischen Belastugen, denn wer knapp 3.000 Euro im Monat verdient, fällt bereits unter das Gesetz.
Mindestlohn, Steuerberater, Bürokratie
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Mindestlohngesetz – Wer knapp 3.000 Euro verdient, ist dabei!

Für Angestellte mit einem Monatseinkommen bis zu 2.958 Euro sind ab Januar 2015 Beginn, Dauer und Ende der Arbeitszeit zu dokumentieren und mindestens zwei Jahre lang aufzubewahren (§ 1 Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung).

 

Dies gilt für Beschäftigte in den „ausbeutungssensiblen“ Branchen Bau, Gastronomie, Hotellerie, Personenbeförderung, Spedition & Logistik, Schaustellerei, Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Messen und Fleischwirtschaft.

 

Wieso denn 2.958 Euro? 8,50 EUR x durchschnittliche 176 Arbeitsstunden im Monat (22 Tage x 8 Stunden) machen doch nur 1.496 Euro Gehalt im Monat?

 

Das war wohl zu kurz gedacht, denn es gilt ja dem Missbrauch vorzubeugen! Deshalb rechnet der Gesetzgeber: Wer in einer 6-Tage-Woche zwölf Stunden am Tag zu 8,50 Euro arbeitet, der verdient 2.958 Euro (29 Tage x 12 Stunden x 8,50 Euro). Das Bundesarbeitsministerium teilte hierzu mit, daß bei dieser Berechnung der Mindestlohn auch bei einem sehr hohen monatlichen Arbeitsvolumen nicht unterlaufen werden könne.

 

Aha! Und deshalb werden also jetzt auch die Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer knapp doppelt so viel wie den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, zur Dokumentation vergattert. Denn bei 16,80 Euro die Stunde kommt man bei regulärer Arbeitszeit (176 Stunden) „nur“ auf 2.956,80 Euro im Monat. Und der Arbeitgeber muß trotzdem die Arbeitszeiten dokumentieren …

 

Gegen diese Verordnung laufen diverse Verbände derzeit Sturm und es bleibt zu hoffen, daß der Gesetzgeber ein Einsehen hat und diese absurde Gehaltsgrenze etwas herabsetzen wird. Soviel für heute zum Thema Entbürokratisierung.